Jugend - Gewalt - Schule |
Die Horrormeldungen der Medien zeigen uns tagein, tagaus, dass menschliche Gewalt die unterschiedlichsten Formen annehmen kann und in allen Bereichen des sozialen Zusammenlebens präsent ist. Gewalt in all ihren Schattierungen – körperlich, psychisch, strukturell, kulturell, etc … – ist und war schon immer Teil unseres Alltages. Mit dem Thema Gewalt rücken jedoch immer auch Jugendliche sowie Gewalt in der Schule in den Mittelpunkt. Es wäre jedoch falsch, DIE Jugend zu kriminalisieren oder dem Eindruck zu glauben Jugend = Gewalt oder Schulen seien Brutstätten der Gewalt. Es gilt also, sich einem Thema zu nähern, das ganz unterschiedlich gesehen werden kann, von dem jedoch erwartet wird, dass gehandelt wird. Gewalthandlungen, ja eine vermeintliche Zunahme an Gewalt unter und durch Jugendliche ruft Eltern, Erzieher/innen, Lehrer/innen etc … auf den Plan, Maßnahmen werden gefordert: hinschauen und handeln statt wegschauen! Während jeder Gewalt ein Riegel vorgeschoben gehört, gilt es spätestens an dieser Stelle jedoch auch zu differenzieren: Nicht alle Auseinandersetzungen sind gewalttätig! Streit gehört zum Alltag dazu, Auseinandersetzungen beinhalten immer Konflikte. Konflikte bieten aber auch immer Chancen zur Lösung und Entwicklung. Wir müssen demzufolge unterscheiden zwischen Gewalt und Konflikt und verlassen für die Differenzierung unseres Themas die Tatbestände: Körperverletzung, Raub und Diebstahl oder andere kriminelle Akte und wenden uns „herkömmlichen“ Konflikten unter Jugendlichen an Schulen zu. Konflikte unter Jugendlichen an und im Umfeld von SchulenWie gehen Jugendliche mit Konflikten in Schulen um? Oft wird diskutiert, immer wieder wird gestritten, manchmal mit Händen und Füßen (Raufereien), begleitet von Beschimpfungen, Hänseleien, Lästereien, etc … Derlei Auseinandersetzungen können sich stufenweise verstärken, wie Friedrich Glasl sagen würde, sie eskalieren manchmal von „wir haben einen Konflikt“ zu „der Konflikt hat uns“. Dabei nimmt die Selbststeuerung drastisch ab und am Ende wird das Verhalten der Konfliktparteien kaum mehr durch konstruktive Auseinandersetzungen gesteuert. In den letzten Jahren haben an luxemburgischen Schulen eine ganze Reihe an Maßnahmen zur Gewaltprävention Eingang gefunden. Darunter auch ein Verfahren, das mit einer konstruktiven Konfliktbewältigung an Schulen verbunden ist: Die Peer-Mediation. Peer-Mediation wird hier als ein Baustein unter vielen gesehen, Konflikten an Schulen zu begegnen. Wir alle wissen, dass zur Entwicklung einer neuen Konflikt- und Kommunikationskultur an Schulen viele unterschiedliche Wege eingeschlagen werden können, gar müssen. |
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